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Montag, 17. August 2009

Coraline

Seit langem war ich mal wieder in einem 3D Kino. Der Film: Coraline, eine Komödie mit leichten Gruselelementen.

Coraline, die von Leuten, die sie nicht kennen meist Caroline genannt wird, zieht mit ihren Eltern, die Gartenkataloge verfassen und Dreck hassen in ein abgelegendes Haus ein. Ihr Eltern ignorieren sie meist, und so hat sie viel Zeit, die Umgebung zu erkunden. Eines Tages findet sie eine geheimnisvolle Tür in eine andere Welt, in der scheinbar alles besser ist: Ihre andere Mutter kümmert sich um sie, es gibt nur leckeres Essen und alle ihre Wünsche werden erfüllt. Aber natürlich ist es nur scheinbar besser: Die andere Welt ist eine Falle und Coraline muss entkommen.

So weit, so vorhersehbar. Was Coraline zu einem wirklich guten Film macht sind zwei Dinge: Die gute technische Machart und die 3D-Effekte, die oft überaschen, zuvorderst aber die dichte Atmosphäre, die mehr als nur leicht an den Lemony Snicket Film erinnert und ganz wesentlich von der guten Hauptdarstellerin getragen wird. (Und wie oft gibt es schon Filme, mit einer Hauptdarstellerin, aber ohne Liebesgeschichte?)

Sonntag, 17. Mai 2009

Star Trek

Eins gleich vorweg: Kirk stirbt bereits in den ersten Minuten.

Aber nicht James T. Kirk sondern sein Vater. Währenddessen wird James auf einem der von der zu Tode verwundeten USS Kelvin entkommenden Shuttles geboren.

Dies ist die erste Änderung der Zeitlinie durch Nero. Einen Romulaner, der in der Zeit zurückreist, um sich an Spock und der Föderation im Allgemeinen zu rächen. Drei Jahre später sorgt sie dafür, dass Kirk nicht Captain der Enterprise, sondern lediglich ein neuer Kadet in Star Fleet ist. Nur mit Mühe schmuggelt er sich zum Jungfernflug der Enterprise an Bord, nur um direkt in die nächste Auseinandersetzung mit Nero zu geraten...

Der neue Star Trek Film überzeugt mit sehr viel Humor (ein wenig wie Star Trek IV), frischen neuen Charakteren (sehr gut Zoë Saldana als Uhura) und einer guten Story, die durchaus überaschende Momente hat. Negativ vielen mir nur die manchmal etwas hektischen Kampfszenen auf (obwohl auch diese durch das Spiel mit der Geräuschlosigkeit im All einige gute Momente haben).

Im ganzen kann man also sagen: Ein guter Neuanfang für Star Trek. Ich hoffe es folgen noch einige weitere Filme mit der neuen Crew.

Sonntag, 5. April 2009

Reykjavik 1(01): Eis Tölt

Wie die meisten unter euch wissen bin ich ein aufmerksamer Verfolger von Dressurreitwettbewerben. Wie vielleicht weniger wissen gibt es auf Island die Islandpferde (keineswegs Islandponys, auch wenn sie nur etwa deren Größe erreichen), die eine besondere Gangart beherrschen: Das sogenannte "Tölten" (ursprüngliche wurde diese Gangart von vielen europäischen Pferden beherrscht, aber mit dem Untergang des Reitens als Transportmöglichkeit ging auch das Tölten als Gangart unter).

Im Tölt ist die Fußfolge des Pferdes genau wie im Schritt hinten links, vorne links, hinten rechts, vorne rechts. Anders als im Schritt wechseln sich im Tölt jedoch Ein- und Zweibeinstützen ab (Es ist immer mindestens ein, in einigen Phasen zwei Beine auf dem Boden). Das ermöglicht zum einen sehr hohe Geschwindigkeiten (die annährend die eines gallopierenden Pferdes erreichen können) und zum anderen eine sehr hohe Stabilität für den Reiter, der kaum Erschütterungen ausgesetzt ist.

In Reykjavik gab es nun am Samstag ein Eistölt-Turnier. Wie der Name schon sagt geht es dabei darum die Pferde auf einer Eisfläche (!) möglichst elegant tölten zu lassen. Wie beim Dressurreiten werden die Durchgänge mit Noten zwischen 0.0 (sehr schlecht) und 10.0 (sehr gut) bewertet. Ina, Sontje und ich konnten also den Abend damit verbringen, die Islandmeisterschaften im Tölten zu betrachten, und die (im Großen und Ganzen) technisch hervorragende Ausführung dieser einzigartigen Gangart zu bewundern.

Ina hat sogar mit meiner Kamera ein Video gedreht, dass ihr hier findet. Beachtet vor allem, wie flüssig die Bewegungen der Pferde auf dem Eis sind, auf dem Menschen Probleme haben zu laufen. Am Ende des Videos kommt es leider zu einem technischen Fehler, da das Pferd auf dem Eis abrutscht und die Berandung berührt. Fotos vom Tölten und von einigem anderen in Reykjavik gibt es auch hier. Außerdem wurde das alte Bifröst Album mit den Fotos von unserer Wanderung zum Wasserfall aktualisiert.

Sonntag, 8. März 2009

Watchmen

Heard a joke once: Man goes to doctor. Says he's depressed. Says life seems harsh and cruel. Says he feels all alone in a threatening world where what lies ahead is vague and uncertain. Doctor says "Treatment is simple. Great clown Pagliacci is in town tonight. Go and see him. That should pick you up." Man bursts into tears. Says "But, doctor...I am Pagliacci." Good joke. Everybody laugh. Roll on snare drum. Curtains.

Willkommen im Amerika des Jahres 1985. Der Vietnam Krieg wurde dank des Eingreifens von Dr. Manhattan, einem Superhelden, gewonnen... ...und die Welt steht kurz vor einem Atomkrieg.

Maskierte Superhelden, Watchmen, waren bis vor kurzem allgegenwärtig. Nur: Bis auf Dr. Manhattan sind diese Superhelden gewöhnliche Menschen. Keine Superkräfte. Keine höhere Moral als die Menschen um sie herum (Und der einzige Held, der die wirklich klassische Superheldenmoral verkörpert bleibt langweilig und schwach). Und seid kurzem sind sie außerdem verboten.

Das ist die Welt in der Watchmen spielt. Eine dunkle Welt, voller Abgründe und böser Wahrheit. Und Schauplatz eines teuflischen Plans eines unverbesserlichen Gutmenschen. Ich habe selten einen Film gesehen, der so überzeugend Atmosphäre erzeugt und so tiefe, zerbrochene und geflickte Charaktere hat. Die Geschichte ist voller Wendungen, bei der die klassische schwarz-weiße Superheldenwelt bis ins Detail zerlegt wird. Das Ende überascht und ist doch logisch und einleuchtend. Selten habe ich einen Film gesehen, der mich so intensiv beschäftigt hat.

Dienstag, 3. Februar 2009

Der seltsame Fall des Benjamin Button

Ein Junge wird am Ende des 2. Weltkrieg in New Orleans geboren. Allem Anschein nach als alter Mann. Und wären die anderen um ihn herum altern, wird er mit jedem verstreichenden Jahr jünger.

Der seltsame Fall des Benjamin Button erzählt diese Geschichte aus der Perspektive der langjährigen Geliebten Benjamins. (Interessanterweise liegt diese gerade auf ihrem Sterbebett in einem Krankenhaus, während sich Katrina New Orleans nähert).

Von Ihrem ersten kennenlernen (sie ist ein kleines Mädchen und er ein "alter Mann") an, über die Postkarten Benjamins während seiner Zeit als Matrose auf einem Schlepper bis hin zu ihrem wiedersehen und ihrer Karriere als Ballettänzerin (und deren unglücklichen Ende) entspinnt sich eine beeindruckende Liebesgeschichte zwischen der älter werdenen Daisy und dem immer jünger werdenen Benjamin.

Am Ende hat die Liebe keine Zukunft: Benjamin möchte nicht, dass er als quasi gleichaltriger mit seiner Tochter lebt und macht sich in "jungen Jahren" auf, um noch einmal die Welt zu sehen. Als er zurückkommt ist er ein Kind und seine letzten Jahre verbringt er in dem Altenheim, in dem er zuerst aufwuchs.

Sonntag, 28. September 2008

Wall-E

Es ist wieder Zeit für eine der eher selteneren Filmkritiken hier im Blog. Diesmal begutachtet wurde Wall-E und, um es kurz zu machen, es war einer der witzigsten Filme, die ich je gesehen habe.

Warum war der Film so gut? Zum einen läuft einen Großteil der Kommunikation zwischen Wall-E und diversen anderen Robotern nur über Gestik und (soweit auf einen Roboter anwendbar) Mimik ab. Zum zweiten bricht der Film mit vielen gängigen Klischees (hier bricht sich der weibliche Roboter jedenfalls nicht den Knöchel...) und zum dritten gibt es so viele liebenswerte Details (allein der Abspann im ägyptischen Wandmalerei-Stil oder der Pixar übliche Vorfilm), das man den Film einfach mögen muss.

Ich habe jedenfalls über weite Strecken im Kino gesessen und nur laut gelacht...

Mittwoch, 9. Juli 2008

Back in Germany

Nach insgesamt 22 Stunden Bus, Bahn, Flugzeug, Bahn bin ich nun wieder in Deutschland angekommen und lasse es mir erstmal beim Nichtstun gutgehen.

Der beste Moment der Rückreise war im Flugzeug als 21 gezeigt wurde. Nicht nur, das der Film sehr gut war, am Anfang kam auch noch folgendes Zitat vor:

"Why did Jimmy leave?"

"He got a job at Google."

Ich habe im Flugzeug laut gelacht.

Freitag, 27. Juni 2008

Bashiba Panorama

Das Kurzeitgedächnis des Menschen kann etwa 5-7 Informationseinheiten gleichzeitig enthalten (eine Informationseinheit ist z.B. eine einzelne Zahl). Eigentlich viel zu wenig um komplexe Situationen zu erfassen. Wenn wir, z.B. an der Börse eine Statusseite mit vielen, vielen Werten (z.B. Aktienkursen) sehen, haben wir lediglich die Illusion der Kontrolle und der Informiertheit.

In Wirklichkeit bleiben nur 5-7 Zahlen gleichzeitig in unserem Gedächnis.

Wie kann man also komplexe Situationen überschaubar darstellen?

Bashiba bildet Werte auf eine Panoramalandschaft ab. Börsenkurse können durch das Wetter symbolisiert werden: Bewölkung, Regen, Wind stellen einzelne (oder zusammengefasste) Kurse da. Mit einem Blick ist klar, ob die Wetterlage gerade gut oder schlecht ist. Sogar unzureichende Daten können symbolisiert werden: Je weniger Daten über die Situation verfügbar sind, desto "künstlicher" erscheint die Landschaft.

Ich finde diese Art Informationen zu visualisieren beeindruckend. Es lässt sich auch beliebig auf andere Arten von Informationen ausdehnen: Webtraffic, Serverdaten, ... alles kann als eine Wetterlandschaft dargestellt werden in der man sofort einen Überblick hat.




P.S. : Vielleicht sollte ich Werbetexter werden, wenn ich groß bin.

Donnerstag, 5. Juni 2008

The Septembers of Shiraz

He remembers how on a summer stroll along the promontory of a southwestern French town, once a Victorian resort, he had seen such an engraving - Jacques 1896- and the sadness he had felt on seeing it. He saw this Jacques with his walking stick and tailcoat, breathing in the cool Atlantic wind, discussing with friends topics of his day before returning to his hotel for afternoon tea. And as he stood in the sun, looking at the autographed rock, Isaac felt jealous suddenly of those who would stroll on the same promenade centuries after him.

When the door opens, it is still dark. He sits up on the mattress. Has the time come? Two guards walk in. "Brother, follow us,"

Das erste, was mir an The Septembers of Shiraz auffiel, war das Coverbild: Es erinnerte mich an Persepolis, einen der schönsten Filme, die ich je gesehen habe. Genau wie Persepolis dreht sich die Geschichte in The Septembers of Shiraz um die Geschehnisse nach der islamischen Revolution im Iran.

Isaac, ehemals ein reicher (aber nicht sehr reicher) Diamantenhändler wird verhaftet. Seine Frau und seine Tochter sehen sich einer dramatisch veränderten sozialen Struktur gegenüber: Ehemals zur Oberklasse gehörend, werden sie nun von der herrschenden Klasse verachtet. Isaac und seine Familie sind Juden, ein weiterer Grund, warum die neuen muslimischen Herrscher ihnen nicht gut gesonnen sind, obwohl nie sehr gläubig waren.

Gleichzeitig lebt Isaacs Sohn Parviz in New York und gerät (erst wegen seines Geldmangels und später wegen Rachel) immer stärker mit der orthodoxen jüdischen Gemeinschaft dort in Kontakt. Auch er ist ein Außenseiter, aber hier gerade weil er nie sehr gläubig war.

Anders als Persepolis ist das Buch keine Autobiographie (auch wenn es starke autobiographische Elemente enthält), aber es gelingt ihm trotzdem einen sehr eindringlichen Eindruck der Verhältnisse im Iran zu schaffen. Viel Zeit wird darin investiert, die Motivation und Gefühle jeder der beteiligten Seiten zu schildern: Von der Verzweifelung der Familie Isaacs bis zum Triumphgefühl des Folterers, der ehemals selbst vom Shah gefoltert wurde.

Man kann durchaus sagen, dass The Septembers of Shiraz es geschafft hat in mir ein ähnliches Gefühl hervorzurufen wie Persepolis.

Freitag, 23. Mai 2008

Indiana Jones

Heute war die Erstvorstellung vom neuen Indiana Jones, die ich mit meinem Host und ihrem Ehemann besucht habe. (Nachdem wir indisch Essen waren, ich habe meinen Host gefragt, ob indisches Essen wirklich so scharf ist, wie man gemeinhin meint, und sie meinte das man normalerweise nur ein kleines scharfes Gericht zusammen mit viel neutralem ißt)

Der Film war witzig und kurzweilig, auch wenn er ein ganz klein wenig übertrieben wirkte... . Das Ende war überraschend, es hat aber nicht ganz in die Atmosphäre gepasst... . Doch im großen und ganzen habe ich den Film gemocht, auch wenn es kein Kunstwerk ist, wie die ursprünglichen Indiana Jones Filme. Es ist aber beeindruckend, das Harrison Ford immer noch seinem Beruf nachgeht.

Montag, 31. März 2008

The Counterfeiters

"Hey, wenn du so auffällig unauffällig rumstehst, fällst du auf"

Jerome und ich waren heute in San Fran im Kino und wir haben "The Counterfeiters" (dt. "die Fälscher") gesehen. Ein Film über eine deutsche Geldfälschoperation im großen Stil, die von KZ-Häftlingen durchgeführt wurde. Da Filme in den USA anscheinend nicht übersetzt werden, war der Film auf deutsch mit englischen Untertiteln (schon etwas seltsam, in den USA einen deutschen Film zu schauen).

Der Film war sehr gut: Die Charaktere waren sehr gut gezeichnet (man verstand ihre Motivationen und Handlungen immer und es "passte" alles) und es wurde einem gut klargemacht, in was für einer Umgebung sie lebten (dadurch, dass diese Häftlinge für die Deutschen so wichtig waren, wurden sie deutlich besser behandelt als der Rest. Man hat also immer aus dem Blickwinkel der Fälscher das "Leben" im KZ betrachtet). Eine der ergreifensten Szenen war folgende:

Einer der Fälscher hatte Frau und Kinder verloren und brachte sich -kurz nachdem die Deutschen am Ende des Krieges aus dem Lager geflüchtet waren- um. Der Hauptcharakter -Salomon Sorowitsch- ist tief getroffen und will den Toten nach draussen tragen. Als er die Unterkunft, in der die Fälscher lebten, verlässt und ins eigentliche KZ geht sieht er dort überall Tote in den Gassen liegen. 

Bei diesen Bildern kann man vielleicht erahnen, wie die Wirklichkeit dort ausgesehen haben muss.