Donnerstag, 12. Juni 2008

Rama II

Learning and Loving. Nothing else -not fame, not power, not archievement for its own sake- can possibly have the same lasting value.

Wie würde ein Erstkontakt zwischen Menschen und Außerirdischen aussehen? Würden die Menschen mit Angst reagieren oder die anderen mit offenen Armen empfangen?

Das sind die hauptsächlichen Fragen, die Rama II stellt. Nur das es nicht wirklich ein Erstkontakt ist, sondern mehr ein Zweitkontakt. Aber es ist die erste Möglichkeit der Menschheit eine vorbereitete Mission zu den Außerirdischen zu schicken.

Vom religiösen General, der die Möglichkeit, dass Gott die Aliens erschaffen hat, mit offenen Armen animmt, über die aufmerksamkeitsheischende Journalistin bis zum egozentrischen Wissenschaftler werden uns eine Reihe möglicher Reaktionen auf das Ereignis glaubhaft geschildert. Und das in einer äußerst spannenden Weise: Ich habe mir sogar auf der Arbeit immer mal wieder ein paar Minuten genommen um wieder ein paar Zeilen zu lesen.

Learning and Loving oder Furcht und Angst? Das Ende lässt beide Möglichkeiten offen.

By the way: Der Proteinriegel, den ich heute nach dem Training gegessen habe, hatte den Werbespruch food for real humans. Was die Firma sonst wohl so macht?

Mittwoch, 11. Juni 2008

Fahrradlos

Montag früh war es Zeit, das Auto zurückzubringen. Der Autovermieter brachte einen sogar an einen Ort in die Stadt, wenn man wollte.

Mein Fahrrad hatte ich bei Neha gelassen, also wurde ich dort abgesetzt. Neha hatte ein frühes Meeting und hatte deswegen die Schlüssel bei ihrer WG-Mitbewohnerin gelassen. 

Ein guter Plan. Nur das diese einen guten Schlaf hatte... zu gut um durch den Türklopfer wach zu werden jedenfalls. Nachdem ich es um 9:00 aufgab blieb mir nur eine Stunde bis zu meinem Meeting und die ganze Stadt war zwischen mir und dem Konferenzraum. Also losgerannt. Und in unglaublichen 38 Minuten auch angekommen (dafür aber einen Muskelkater bekommen, den ich noch ein paar Tage spüren werde, trotzdem: Ich bin stolz auf meine Beine).

Um 17:00 dann zusammen mit Neha in gemütlicherem Tempo und ohne Zeitdruck zurückgelaufen und den Abend in einem thailändischen Restaurant mit Tofu auf Spinat und Kokosnusssaft ausklingen lassen. Letztendlich war der Tag damit (und mit dem gesunden Frühsport) sogar besser als der Sonntag...

Santa Cruz

Der Bericht vom Sonntag steht noch aus:

Florian und ich (Neha und Ashish schliefen selig) sind nach Santa Cruz an den Strand gefahren: Ein großer Sandstrand, leider mit sehr vielen Leuten. Und die einzige Möglichkeit, etwas zu essen war in einer riesigen Arcadehalle in der es schlechte Pommes für zuviel Geld gab. Es hat mir also nicht so gut gefallen, wie Angel Island... auch wenn ich ewig zuschauen kann wie Wellen auf einen Sandstrand rollen.

Ein paar Fotos gibt es auch.

Florian kommt übrigens aus Albanien. Er ist mit seinen Eltern erst nach Griechenland und dann nach Kanada ausgewandert, aber trotzdem fühlt er sich noch vor allem als Albaner. Und er war der Ansicht: People make beaches beautiful

Gut das wenigstens einer Spass hatte.

Sonntag, 8. Juni 2008

Angel Island

Heute haben Neha, Ashish, Florian und ich Angel Island besucht: Einen Statepark auf einer Insel vor der Küste San Frans.

Neben ein paar Fotos die die Insel besser beschreiben als ich es je könnte, war vor allem bemerkenswert, dass ich zum erstenmal ein Auto für diese Reise ausgeliehen habe und selbst gefahren bin.

Durch San Francisco zu navigieren war eine Herausforderung (vor allem wegen der Einbahnstrassen) und die Parkplatzsuche in Tiburon, von wo die Fähre nach Angel Island ging auch. Aber es war auch ein Grossartiges Gefühl, selbst über die Golden Gate Bridge zu fahren (genauso schoen und komplett anders als zu Fuss drüberzulaufen).

Wieder zurück in Mountain View im Gespräch mit Neha überraschend übereinstimmende Ansichten über Menschen:

Sobald Menschen, denken "auf gleicher Ebene" zu stehen oder miteinander im Wettbewerb stehen, fangen sie an die Gesten und Verhaltensweisen des jeweils anderen zu spiegeln (vor allem, wenn sie Erfolg versprechen).

Wenn in einer Gruppe aus "gleichen" einer Erfolg damit hat, sich durch aggressives Verhalten Aufmerksamkeit zu sichern, dann werden andere bald sein Verhalten imitieren. Ein rechtzeitiges ignorieren des aggressiven Menschen kann manchmal Wunder wirken (aber nur, wenn niemand anderes ihm Aufmerksamkeit gibt, was leider allzuselten vorkommt).

Donnerstag, 5. Juni 2008

The Septembers of Shiraz

He remembers how on a summer stroll along the promontory of a southwestern French town, once a Victorian resort, he had seen such an engraving - Jacques 1896- and the sadness he had felt on seeing it. He saw this Jacques with his walking stick and tailcoat, breathing in the cool Atlantic wind, discussing with friends topics of his day before returning to his hotel for afternoon tea. And as he stood in the sun, looking at the autographed rock, Isaac felt jealous suddenly of those who would stroll on the same promenade centuries after him.

When the door opens, it is still dark. He sits up on the mattress. Has the time come? Two guards walk in. "Brother, follow us,"

Das erste, was mir an The Septembers of Shiraz auffiel, war das Coverbild: Es erinnerte mich an Persepolis, einen der schönsten Filme, die ich je gesehen habe. Genau wie Persepolis dreht sich die Geschichte in The Septembers of Shiraz um die Geschehnisse nach der islamischen Revolution im Iran.

Isaac, ehemals ein reicher (aber nicht sehr reicher) Diamantenhändler wird verhaftet. Seine Frau und seine Tochter sehen sich einer dramatisch veränderten sozialen Struktur gegenüber: Ehemals zur Oberklasse gehörend, werden sie nun von der herrschenden Klasse verachtet. Isaac und seine Familie sind Juden, ein weiterer Grund, warum die neuen muslimischen Herrscher ihnen nicht gut gesonnen sind, obwohl nie sehr gläubig waren.

Gleichzeitig lebt Isaacs Sohn Parviz in New York und gerät (erst wegen seines Geldmangels und später wegen Rachel) immer stärker mit der orthodoxen jüdischen Gemeinschaft dort in Kontakt. Auch er ist ein Außenseiter, aber hier gerade weil er nie sehr gläubig war.

Anders als Persepolis ist das Buch keine Autobiographie (auch wenn es starke autobiographische Elemente enthält), aber es gelingt ihm trotzdem einen sehr eindringlichen Eindruck der Verhältnisse im Iran zu schaffen. Viel Zeit wird darin investiert, die Motivation und Gefühle jeder der beteiligten Seiten zu schildern: Von der Verzweifelung der Familie Isaacs bis zum Triumphgefühl des Folterers, der ehemals selbst vom Shah gefoltert wurde.

Man kann durchaus sagen, dass The Septembers of Shiraz es geschafft hat in mir ein ähnliches Gefühl hervorzurufen wie Persepolis.

Montag, 2. Juni 2008

Cupcake Festival und jüdische Musik

Heute bin ich mit Greg zum Cupcake Festival nach San Fran gefahren, hauptsächlich weil ich wissen wollte was ein Cupcake Festival ist.  

Nun. Ein Cupcake ist tatsächlich genau was man sich darunter vorstellt: Ein kleiner Kuchen.
Leider hatten die Veranstalter des Festivals in ihrer unbegrenzten Weisheit darauf bestanden die Regeln für das Mitbringen von Cupcakes sehr restriktiv zu gestalten (Aus der Eventbeschreibung sinngemäß: "Wenn jeder 12 Cupcakes mitbringt, haben wir bei 10 Leuten schon 120 Cupcakes!! Wer soll das den essen??"), so das es leider keine Cupcakes mehr gab als wir ankamen. Außerdem war das Festival nicht etwa unter freiem Himmel an Tischen wie ich es mir vorgestellt hatte, sondern in einem kleinen engen Raum mit Massen an Menschen, die kostenlose Cupcakes wollten. 

Zudem war Greg mir unsympathisch: Sein Hauptgrund für den Besuch des Festivals war die Suche nach jungen, attraktiven Frauen und er war weder an richtigen Gesprächen (mit mehr als einer Meinung) noch an sonstetwas anderem wirklich interessiert.

Gerettet wurde der Tag dann von Matt und David, die beide auch zum Cupcake Festival gekommen waren. Bei einem Gespräch im Subways habe ich dann von einem guten Texteditor für den Mac erfahren (Textwrangler, der hoffentlich bald meinen Standart Texteditor ersetzt) und von einem Spiel, dass den Israel-Palästestina Konflikt simuliert: Peacemaker. 

Danach bin ich in den Buerba Gardens über ein jüdisches Fest gelaufen. Bands haben gespielt (ich mag hebräische Musik, sie hat oft etwas sehnsüchtiges) und ich habe mir das Album "The Idan Raichel Project" gekauft,  aber die Musik dort ist nicht so gut wie die auf dem Konzert. Der Instrumentalpart ist zu schwach.

Sonntag, 1. Juni 2008

Yosemite

Sit and rest awhile
Listen to the pines whisper in the light wind
Gaze at the trees and look upward
Where branches reach the sky
Where clouds pass by and day turns to night
Where memories are everlasting

(Inschrift auf dem Gedenkstein einer verstorbenen Feuerwehrfrau)

Heute war das letzte Wochenende an dem meine Eltern in Kalifornien sind und wir haben den Yosemite National Park besucht.

Der Park hat eine unglaublich schöne Natur, geprägt von Wasserfällen, hohen Klippen und Wäldern, unterbrochen von einigen Wiesen. Das Tal selbst ist sehr touristisch geprägt und die asphaltierten Wege dort sind voller Menschen (und die Parkplatzsuche gestaltete sich deswegen und wegen der vielen Spezialparkplätze nur für Besucher der Lodge, Angestellte, Busse, ... sehr schwierig), aber sobald man ein wenig abseits auf die Wanderpfade ausweicht wird man mit schönen Wäldern und erträglich vielen Menschen belohnt. 

Sehr schön ist auch die Zufahrtsstrasse zum Park durch die Hügellandschaft Ostkaliforniens und entlang eines malerischen Sees, aber ich denke die Fotos hier können einen besseren Eindruck vom Park vermitteln.